Zur Haupt-Navigation Direkt zum Inhalt

War Keynes ein guter Investor?

Reading time 5 Minuten
Eine Frage, der Prof. Dr. Claudio Loderer seine Keynote-Speech widmete, und damit Keynes von einer anderen Seite beleuchtete.

John Maynard Keynes ist einer der bekanntes-ten Ökonomen des 20. Jahrhunderts. Doch er hätte ebenso als Investor in die Geschichtsbücher eingehen können. Nicht weil er besonders erfolgreich war, sondern weil er innovativ war und am eigenen Portfolio erfuhr, was heute noch gilt: die Finanzmärkte sind kompetitiv. Prof. Dr. Claudio Loderer, OLZ-Gründungspartner und Verwaltungsrat, würdigte in seiner Keynote-Speech Keynes wichtigste Erkenntnisse als Vermögensverwalter. Keynes verwaltete den Stiftungsfonds des Kings College an der Universität Cambridge, dessen Vermögen zunächst überwiegend in Ländereien und Hypotheken angelegt war.

Innovativ, aber durchschnittlich

«Keynes Anlageansatz basierte weit gehend auf ‹Trial and Error›.»

Als einer der ersten begann Keynes zu Beginn des 20. Jahrhunderts Vermögenswerte in Aktien umzuschichten, unter anderem weil er Bedenken bezüglich der Liquidität von Immobilienanlagen hatte. Keynes Anlageansatz basierte weitgehend auf «Trial and Error». Er glaubte nicht an Markteffizienz. Er wählte zuerst einen Top-Down-Ansatz, realisierte aber bald, dass Markt-Timing nicht funktioniert und wechselte dann zu einem Bottom-up-Ansatz mit wenigen Titeln und einer Buy-and-Hold-Strategie. Insider-Informationen aus seinem grossen Netzwerk in der Londoner City trugen vermutlich wesentlich dazu bei (was ja damals legal war), dass Keynes mit einer jährlichen Rendite von 14,4 % (1924–1945) auch für die damalige Zeit überdurchschnittlich erfolgreich investierte (UK Equity Index 9 %). Leider stutzten seine mässig erfolgreichen Rohstoffkontrakte und seine komplett erfolglosen Währungstrades seine Gesamtbilanz als Investor auf Durchschnittlichkeit zurück. Deshalb bleibt uns Keynes heute vor allem als grosser Ökonom in Erinnerung.

Zum Footer Zur Startseite