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Rückblick: OLZ Smart Investing Day 2020

Fachanlass für Institutionelle

Veranstaltung vom 22. Januar 2020 im Hotel Schweizerhof, Bern 100 Gäste & Referenten

Negativzinsen: Bergab liefs flott, doch jetzt kommt der Gegenwind

Die sinkenden Zinsen bescherten den Pensionskassen Kursgewinne. Doch was folgt jetzt, wo die Zinsen kaum noch viel tiefer sinken, aber auch nicht so bald wieder steigen dürften? Der OLZ Smart Investing Day 2020 lieferte Antworten – wenn auch vielleicht nicht die erhofften.

Wie lange noch bleiben die Zinsen im Minus? Beantwortet wurde die Frage am 8. OLZ Smart Investing Day 2020 für institutionelle Anleger nicht mit einem konkreten Datum. Der frühere Nationalbankökonom Adriel Jost, heute bei Wellershoff & Partners, zeigte aber auf, weshalb die Zinsen noch länger im Minusbereich verharren könnten.

Gefangene ihrer Politik

«Die Zentralbanken sind Gefangene ihrer Politik.» befürchtet Jost. Eher würden sie Geld aus dem Helikopter verteilen, als von ihrem Inflationsziel abrücken. Mit noch tieferen CHF-Zinsen rechnet Jost nicht: «Sonst wird der Bargeldbunker zu attraktiv.» Auch strukturelle Gründe spielen eine Rolle für die weltweit sinkenden Zinsen: Die Globalisierung, die Demografie, die Digitalisierung, der technologische Fortschritt. Jost ist gleichwohl überzeugt, dass die Grundsätze der Ökonomie noch gelten: «Die expansive Geldpolitik schafft ein grosses Inflationspotenzial».

Ab jetzt wird’s schwierig

Zutage kommt es, wenn das Vertrauen in die Währungen schwindet. Wann das passiert, ist ungewiss. Für die Pensionskassen sind das keine angenehmen Aussichten – ob mit oder ohne Inflation. «Die letzten 10 Jahre mussten sie wenig tun» stellt Pius Zgraggen, CEO OLZ fest. Mit den sinkenden Zinsen ist der Wert der zinssensitiven Anlagen deutlich angestiegen. Doch wenn die Zinsen einmal am Tiefpunkt angelangt sind, gibt es keine quasi-automatischen Bewertungsgewinne mehr bei den Anleihen.

Obligationen als Stabilisator

Im Gegenteil: Es drohen Kursverluste und eine wachsende Lücke zwischen der Sollrendite und dem risikolosen Zins. Was also ist zu tun? Obligationen, die nun nichts mehr hergeben, schnellstmöglich aussortieren und durch rentablere – meist aber auch riskantere und illiquidere - Anlagen ersetzen? Pius Zgraggen wies auf die wichtige Funktion von sicheren Obligationen als Stabilisator und Diversifikator im Portfolio. «Dafür allein lohnt es sich, eine Prämie zu zahlen.»

Höhere Aktienquote bei gleichem Risiko

Der OLZ-Ansatz setzt auf die traditionellen Anlagebausteine Aktien und Anleihen und konzentriert sich bei der Auswahl und Gewichtung der einzelnen Aktien auf das Ziel, das Portfoliorisiko zu minimieren. «Unsere Risikooptimierung erlaubt eine höhere Aktienquote bei gleichem Risiko.» Pius Zgraggen zeigte auf, dass ein risikooptimiertes und somit effizientes Portfolio langfristig deutlich besser abschneidet als eine indexierte Umsetzung – wohlgemerkt bei gleichem Risiko.

Das Fazit des 8. OLZ Smart Investing Day: Minuszinsen bleiben uns wohl vorerst erhalten: Weil jetzt auch noch Gegenwind dazukommen könnte, braucht es umso mehr effiziente Portfolios, um das Anlageziel zu erreichen.

PS: Der 9. OLZ Smart Investing Day findet am 20. Januar 2021 in Bern statt. Reservieren Sie sich das Datum am besten bereits heute! 

Sieht ein Profiler mehr als viele Ökonomen?

Kann ein Profiler mehr aus der Mimik von Thomas Jordan herauslesen als die Finanzprofis? Kann er beurteilen, ob Mario Draghis berühmtes «Whatever it takes» zur Rettung des Euro auch wirklich seiner tiefsten innersten Überzeugung entsprang? Mark T. Hoffmann, Kriminal- und Geheimdienstanalyst, erklärte in seinem Referat, dass er hierfür Draghis entspannten Normalzustand – die Baseline – kennen müsste. Bei Zentralbankern kommt erschwerend hinzu, dass sie zwar grosse Worte wählen, aber wenig persönliches Preis geben in ihren Statements. Ansonsten müssten solch monumentalen Aussagen, aber auch Beteuerungen wie «jetzt ganz ehrlich» oder «ich sage es mit aller Deutlichkeit» durchaus die Alarmglocken läuten lassen. Ebenso, wenn einfache Fragen nicht mit einem ebenso einfachen «ja» oder «nein» beantwortet werden. Das wiederum ist bei Ökonomen höchst selten der Fall. Auf das erläuternde «einerseits», folgt fast immer ein ausgiebiges «andererseits». Das heisst aber noch lange nicht, dass sie notorische Lügner sind. Es ist einfach komplex.

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