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Die Wirkung der OLZ Anlageprinzipien in Krisenzeiten

Lesedauer 10 Minuten

Das Coronavirus ist in der westlichen Welt angekommen und breitet sich scheinbar ungehindert aus. Täglich erreichen uns neue Zahlen zu Infektionen und Todesfällen – das Thema ist omnipräsent und schlägt sich zunehmend auch auf unseren Alltag nieder. Home-Office, Veranstaltungsverbote, Reisebeschränkungen oder Social Distancing prägen plötzlich unser Leben. Man kann es auch eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Vollbremsung nennen.

All dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die globale Konjunktur sowieso schon angeschlagen ist. So verzeichnete die Welt im vergangenen Jahr das tiefste Wachstum seit der Finanzkrise. Trotzdem standen Mitte Februar, in Erwartung eines zweistelligen Gewinnwachstums für 2020/21, noch zahlreiche Aktienindizes auf historischen Höchstständen. Schon anfangs Jahr war klar: Diese hohen Erwartungen machen die Märkte fragil und anfällig auf «Bad News». Und die schlechten Nachrichten kamen dann leider auch – und zwar massenhaft.

Die eben erwähnte Vollbremsung macht diese optimistische Erwartungshaltung zunichte. Noch ist nicht abschätzbar wie stark und wie lange die Konjunktur unter der Pandemie leiden wird, doch eine stärkere Abkühlung ist vorprogrammiert. Dieser Wandel in der Wahrnehmung der Anleger führte schon im Februar zu einem generellen Ausverkauf an den Aktienmärkten (mehr dazu in unserem Insight). Gleichzeitig erfuhren die sicheren Häfen wie Staatsanleihen, der Schweizer Franken oder Gold regen Zulauf.

Nach dieser Korrektur war die Verunsicherung perfekt. Die Volatilität stieg weiter an, die Kurse rutschten weiter ab. Zu allem Übel eskalierte just auch noch der Erdölstreit zwischen Russland und der Vereinigung erdölexportierender Staaten (Opec). Der Schock am Ölmarkt (phasenweise stand ein Minus von 30% zu Buche) hat die bereits unsichere Lage an den Aktien- und Kreditmärkten verschärft. Was folgte war eine panikartige Verkaufswelle, wie wir sie noch nie gesehen haben. Rund um den Globus stürzten die Aktienmärkte ab. Was im Februar noch ausblieb, traf im März ein: eine klare Rotation von zyklischen hin zu defensiven Werten. IT-, Industrie-, Finanz- und allen voran Energietitel verloren deutlich, während sich z.B. der Versorgungs- oder der Basiskonsumgütersektor vergleichsweise gut halten konnten. Langsam wird deutlich, dass die hohen Erwartungen nicht mehr zu rechtfertigen sind. An den Anleihenmärkten litten insbesondere Energieunternehmen, deren Kreditaufschläge und damit die Ausfallwahrscheinlichkeit stark angestiegen ist. Dies wiederum hat hohes Ansteckungspotenzial für illiquide und risikoreiche Anlagen.

Auch die risikobasierten Aktienstrategien von OLZ konnten sich dem Negativtrend nicht entziehen, jedoch fiel der Rücksetzer erwartungsgemäss klar geringer aus als bei den kapitalgewichteten Marktindizes. Sowohl die defensivere Sektorallokation als auch die optimierte Titelselektion lieferten einen positiven Beitrag dazu.

Auch die OLZ Obligationenfonds wirkten sich stabilisierend auf gemischte Portfolios aus. Die Fokussierung auf qualitativ hochwertige Schuldner führte zu positiven Renditen und damit zum gewünschten «Airbag-Effekt» (mehr dazu in unserer letzten Research Note). Einmal mehr ein Beweis dafür, dass es sich auch im Negativzinsumfeld lohnt, in Staatsanleihen mit bester Bonität investiert zu sein.

Es zeigte sich in den letzten Wochen deutlich, dass wir die disziplinierte Umsetzung der Diversifikationsprinzipien, die Segmentierung von Risikofaktoren und die hohe Bedeutung von Liquidität nicht umsonst seit Jahren verfechten. Die Renditefokussierung führt den Investor nicht selten in illiquide Anlageklassen und damit in eine hohe Anfälligkeit in Krisenzeiten.  

Beim langfristigen Anlegen ist es zentral, in derart kritischen Phasen den Schaden in Grenzen zu halten. Gleichzeitig kann niemand vorhersagen, wie lange die Marktkorrektur dauern wird und wie einschneidend die Auswirkungen der Pandemie auf die konjunkturelle Entwicklung sind. Die Heftigkeit des Crashs hat alle überrascht. Kommt es zu einer Normalisierung der Lage, dürfte dies wiederum eine deutliche Gegenbewegung an den Märkten auslösen. Langfristig muss man sicherstellen, dass das Portfolio auf einer optimierten Diversifikation und einem strikten Risikomanagement aufgebaut ist. Um solche Extremsituationen ohne existentielle Ängste und schlaflose Nächte zu überstehen ist es zudem wichtig, die individuelle Anlagestrategie auf das Risikoprofil des Anlegers abzustimmen. Wir haben unsere Portfolios seit jeher nach diesen Grundsätzen aufgebaut und werden dies auch zukünftig tun.

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