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Die Performance ist abhängig vom Marktregime

Lesedauer 10 Minuten

Minimum-Risiko-Ansätze weichen vom Marktindex ab, um mit optimierten Risikoeigenschaften Ihre Anlageziele effizienter und sicherer zu erreichen. Die Rendite weicht in bestimmten Marktphasen vom Benchmark ab. Wir erklären Ihnen die Systematik dieses Renditeverhaltens.

Jahr für Jahr, Quartal für Quartal, sind Investoren mit der Frage konfrontiert: Liegt die Rendite meiner aktiven Strategie über oder unter dem Vergleichsindex? Nun liegt es in der Natur einer aktiven Strategie, dass ihre Performance vom Benchmark abweicht. Die kurzfristige Performance allein sagt wenig darüber aus, ob die Strategie geeignet ist, um die langfristigen Anlageziele zu erreichen. Wichtig ist, dass sich die Renditeabweichung plausibel erklären lässt, und nicht einfach zufällig zustande kommt.

Als aktiver Manager, der systematisch nach klaren Regeln investiert, kann OLZ die erwirtschaftete Out- oder Underperformance erklären. Am Beispiel unseres Fonds «OLZ Equity World ex CH Optimized ESG» veranschaulichen wir die Haupttreiber der relativen Performance unserer Aktienstrategien. Dabei analysieren wir den Zeitraum von 31.12.2004 bis 31.12.2020.

Marktperformance und Marktrisikoveränderung

Dass die Marktentwicklung von zentraler Bedeutung ist, liegt auf der Hand. In Phasen sinkender Kurse ist man mit einem defensiven Portfolio gut bedient, während bei einer starken Marktperformance eine risikoreichere Ausrichtung profitiert. Das OLZ Minimum-Risiko-Portfolio reduziert, wie es der Namen schon sagt, das Risiko und ist von defensiverer Natur. Dementsprechend schneidet unser Fonds bei negativen Marktbewegungen und Stressphasen besser ab als der Vergleichsindex, während er bei stark positiven Märkten weniger gut mithalten mag.

Aufgrund unserer Risikofokussierung ist die relative Performance auch vom Marktrisiko abhängig. Steigt die Nervosität der Anleger (steigende Marktvolatilität), generiert unser Ansatz deutlich grösseren Mehrwert, als wenn sich die Märkte beruhigen. Aus der Kombination dieser beiden Faktoren ergeben sich folgende vier Marktregimes.

Grafik 1 - Einteilung in vier Marktregimes

Regime 1 – negative Kursentwicklung, steigendes Marktrisiko

Wenn die Kurse purzeln, steigt meistens auch die Nervosität der Anleger und damit die Volatilität. Starke Kursausschläge sind dann an der Tagesordnung. Diese Situation tritt in knapp 25% der Handelstage auf. Ein gutes Beispiel für diese Marktkonstellation war die Finanzkrise 2007/2008. Doch auch Stressphasen mit weniger starken Kursrückgängen können diesem Regime zugeordnet werden. Das erhöhte Risikobewusstsein treibt die Anleger teilweise aus ihren Aktienanlagen heraus oder in Titel mit weniger Risiko. Dementsprechend kann das OLZ Minimum Risiko Portfolio in diesen Marktphasen profitieren. Die monatliche Mehrrendite im Marktregime 1 lag im Durchschnitt bei +2.8%.

Grafik 2 - Marktregimes und Performance während der Finanzkrise 2007/2008

Regime 2 – negative Kursentwicklung, sinkendes Marktrisiko

Kursrückgänge bei sinkender Volatilität sind im Vergleich zu Regime 1 deutlich seltener. Knapp 10% der Handelstage weisen diese Charakteristik auf. Am ehesten zu beobachten ist Regime 2 in fortgeschrittenen Korrekturphasen, wenn der Trend zwar noch negativ ist, die grössten Schocks jedoch bereits eingepreist sind. Das Ausmass der Mehrrendite fällt dabei geringer aus. In einer sich entspannenden Marktlage werden die vom OLZ Modell ausgewählten Unternehmen mit tiefer Volatilität weniger stark nachgefragt. Die monatliche Mehrrendite im Marktregime 2 lag im Durchschnitt bei +1.2%.

Regime 3 - positive Kursentwicklung, steigendes Marktrisiko

Gleichzeitig steigende Kurse und Risiken kommen in knapp 25% der Fälle vor. Dies kann beispielsweise in einer «Buy the Dip» Phase auftreten. Dabei sind die latenten Marktrisiken zwar allgegenwärtig und machen den Anlegern durchaus zu schaffen, doch wird jede Marktkorrektur auch gleich wieder als Kaufgelegenheit genutzt. In diesem Marktumfeld lag unser Minimum-Risiko-Portfolios im Mittel praktisch gleichauf mit der Benchmark. Je nach Anlageuniversum und Analyseperiode kann in Regime 3 sowohl eine leichte Out- oder Underperformance auftreten.

Regime 4 - positive Kursentwicklung, sinkendes Marktrisiko

Die letzte Marktkonstellation ist für unseren Ansatz auch gleichzeitig die ungünstigste. Steigende Kurse und rückläufige Volatilität sind gleichzusetzen mit Unbekümmertheit und Euphorie. Wenn Risiken an Bedeutung verlieren, sind Titel und Sektoren mit defensiverem Charakter weniger gefragt. Gut zu beobachten war dies im Nachgang des Corona-Crashs vom Frühjahr 2020. Der monatliche Rückstand im Marktregime 4 lag im Durchschnitt bei -1.3%.

Grafik 3 – Marktregimes und Performance im Corona Jahr 2020

Keine Regel ohne Ausnahme

Das letztgenannte Beispiel von 2020 veranschaulicht nicht nur das unvorteilhafteste Marktregime für unsere Strategie, sondern auch, dass die Erklärung der Performance mit der Sezierung von Marktphasen auch Grenzen hat. Die systematische Umsetzung unseres Anlagekonzeptes erlaubt zwar eine Erwartung, wie sich das Minimum Varianz Portfolio relativ zur Benchmark verhalten wird, doch können wir mit dem «Marktregime-Modell» nicht alles erklären. Jedes Anlageuniversum weist seine Eigenheiten und jede Marktsituation ihre besonderen Umstände auf.

In der Coronakrise erwiesen sich die risikoreichen Technologietitel plötzlich als sichere Werte. Sie profitierten von dem durch die Pandemie verstärkten Trend zu digitalen Geschäftsmodellen, verloren im Crash verhältnismässig wenig und legten anschliessend ein wahres Kursfeuerwerk hin. Ihr schon zuvor grosser Anteil an der nach Marktkapitalisierung gewichteten Benchmark nahm nochmals zu – und damit auch unser Untergewicht. Das überdurchschnittlich starke Abschneiden der risikoreichen Technologietitel belastete die Performance unserer Strategie daher in einem Moment, in dem das Marktumfeld (stark positive Marktperformance, sinkendes Marktrisiko) schon ungünstig war.

Grafik 4 - Sondereffekt im 2020 durch Mega-Tech Titel

Am Ende zählt dann doch die langfristige Perspektive

Wir können einfach und klar erklären, in welchen Marktphasen mit welcher relativen Performance zu rechnen ist. Die Systematik mit den Marktregimes und die Berechenbarkeit bieten den Kunden wesentliche Vorteile. Die Risikoeigenschaften und die relative Performance der OLZ Minimum Risiko Strategie sind verständlich und nachvollziehbar – was kurzfristige Renditeabweichungen relativiert.

Grafik 5 - Systematik der relativen Performance in verschiedenen Marktregimes

Wenn wir den Blick von einzelnen Marktphasen lösen und eine langfristige Perspektive einnehmen, so kann ein Investor mit unserer aktiven Strategie im langfristigen Mittel eine Outperformance erzielen. Einen Mehrwert, den der wissenschaftlich fundierte OLZ Minimum-Risiko-Ansatz bietet. Über alle Marktregimes hinweg resultierte über die letzten 20 Jahre eine Outperformance von +0.6% p.a. (nach Kosten).

Investoren können mit der OLZ Minimum Risiko Anlagelösung langfristig profitieren, wenn sie ein gutes Verständnis der Portfolioeigenschaften und der Renditeabweichungen entwickeln.


OLZ Business Delevopment Sascha Liniger

Sascha Liniger

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OLZ Partner Michael Frei

Michael Frei, CFA

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