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Marktkommentar Q3 2019

Positive Performance im Windschatten expansiver Geldpolitik

Lesedauer 10 Minuten
  • Weltweit eingetrübte Konjunkturaussichten – Notenbanken reagieren mit Zinssenkungen
  • Aktienmärkte auf Höchstständen implizieren hohe Erwartungen an Ertragswachstum
  • Negativzinsen werden zur Normalität, Risikooptimierung zahlt sich aus


Ein eingelöstes Versprechen

Verlässlich wie sie sind, liessen die Zentralbanken ihren grossen Worten auch Taten folgen. FED, EZB und zehn weitere Notenbanken senkten im vergangenen Quartal die Referenzsätze. Die Flucht in sichere Werte, ausgelöst durch politische und konjunkturelle Unsicherheiten, sowie die Reaktivierung des Quantitative Easing Programms der EZB setzten die Zinskurven massiv unter Druck. In der Folge stieg das Volumen an negativ rentierenden Anleihen weltweit auf rund 16 Billionen USD – ein neuer Rekordwert. Der Blick auf den Forwardzinssatz für die nächsten 10 Jahre ist ernüchternd: Dessen aktuelles Niveau impliziert, dass sowohl die CHF- als auch die EUR-Zinskurve im negativen Bereich verharren werden. Klar, der effektive Zins kann vom heutigen implizierten Satz abweichen. Allerdings ist es vor dem Hintergrund gedämpfter Wachstumsaussichten nur schwer vorstellbar, dass sich die Zinsen in den nächsten Jahren erholen. Gerade in Europa werden konjunkturelle Bremsspuren sichtbar. Die deutsche Fertigungsindustrie sieht sich bereits mit einer starken Kontraktion konfrontiert und die konfuse Situation jenseits des Ärmelkanals muss nicht weiter erörtert werden. Der britische Alleingang wird zunehmend zur Farce. Ob das Ganze – wie vielerorts erwartet – ein tragisches Ende nimmt, wird sich wohl schon bald zeigen. Eines ist jedoch gewiss: Der ökonomische Schaden an der britischen Wirtschaft wird auch Kontinentaleuropa in Mitleidenschaft ziehen.

Glückliche, aber dennoch besorgte Anleger

Die Hauptakteure spielen ihre angestammten Rollen wie gewohnt weiter. Unfähig, strukturelle Probleme endlich anzugehen, beschäftigt sich die Politik vorzugsweise mit sich selbst. Die Zentralbanken ihrerseits halten die Märkte mit ihren unkonventionellen Mitteln präventiv bei Laune. In vergangenen Marktkommentaren skizzierten wir, dass ein übermässiger Einsatz derartiger Massnahmen deren marginalen Effekt zunehmend verringern wird. Tatsächlich zeigt sich nun genau dieses Muster. Risikobehaftete Anlagen reagierten klar weniger ausgeprägt, als bei früheren Interventionen. Aktien verzeichnen aktuell relativ hohe Bewertungen. Diese implizieren gemäss Bloomberg eine Beschleunigung des Ertragswachstums um rund 10% für die kommenden paar Jahre. Mit Blick auf die nachlassende Konjunkturdynamik, den amerikanisch-chinesischen Handelskrieg und zahlreiche geopolitische Risiken erscheint dieses Szenario doch etwas gar optimistisch.

Im Q3 erzielten sowohl Aktien als auch Obligationen im Durchschnitt tiefe einstellige Renditen. Die positive Performance seit Jahresbeginn verbesserte sich weiter und hat den Taucher vom vergangenen Jahr mehr als wettgemacht. Diese Zahlen können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Anleger der latenten Risiken mehr und mehr bewusst werden. Das zunehmende Misstrauen reflektiert sich auch in den Risikoindikatoren. In diesem Umfeld lieferten unsere risikobasierten Strategien ein zufriedenstellendes Resultat – ziemlich genau wie erwartet. Auch wir halten unsere Versprechen!

Anlegen wird immer mehr zur Herausforderung

Ein nicht unerheblicher Anteil an der positiven Performance im 2019 lieferte das sinkende Zinsniveau. Das heisst aber auch, dass zukünftig von dieser Seite her weniger hohe Renditebeiträge zu erwarten sind. Negativzinsen, tiefer Zinsspread, hohe Bewertungsniveaus von Immobilien und Aktien: Anlageentscheide sind schwierig und werden noch schwieriger. Ein Portfolio mit positiver erwarteter Rendite erfordert mittlerweile einen deutlich höheren Anteil an risikobehafteten Anlagen als noch vor ein paar Jahren. Umso mehr sollte eine effektive Diversifikation und ein solides Risikomanagement im Fokus einer jeden Anlagestrategie stehen. Wir sind der Meinung, dass dies eigentlich immer so sein sollte und nicht nur in speziellen Marktphasen wie jetzt. Auf jeden Fall können sich unsere Kunden auf die Expertise der OLZ verlassen, sie sicher durch eine raue See zu navigieren.

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