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Marktkommentar

1. Quartal 2021

Lesedauer 10 Minuten
  • Massenimpfungen und expansive Geld-/Fiskalpolitik schaffen die Voraussetzungen für ein positives Wirtschaftswachstum.
  • Inflation und Realzinsen steigen an – ein Bild, das zur Rückkehr zu einem robusten Wirtschaftswachstum nach einer Kontraktion passt.
  • Die Risikoindikatoren sinken und der Aktienmarkt legte einen starken Jahresstart hin.  Technologieunternehmen verloren ihre Führungsposition zugunsten von Titeln mit tieferen Bewertungen.
  • Ungeachtet des steigenden Doppeldefizits der USA (Handelsbilanz/Fiskalhaushalt) legte der USD deutlich zu. Der CHF verlor an Wert und bietet Rückenwind für die Schweizer Exportwirtschaft.

Da kommen selbst die Optimisten ins Staunen

Die Impfkampagnen in Großbritannien, Israel und den USA waren bisher erfolgreich, laufen nach wie vor auf Hochtouren und liessen die Furcht vor der Pandemie schwinden. Lässt man alle Kritikpunkte zum Management der Pandemie und die Corona-Müdigkeit beiseite, kann man feststellen, dass wir in einer viel besseren Position sind, als wir vor 12 Monaten erwartet hätten. Wahrscheinlich werden wir im Sommer zu einem mehr oder weniger normalen Leben zurückkehren. Die Konsum- und Investitionstätigkeit könnte boomen, da die Sparquoten in den letzten 12 Monaten weltweit deutlich angestiegen sind. Wenn das nicht reicht, sind weitere fiskalische Anreize in der Pipeline wie beispielsweise das neue 2.25 Bio. USD schwere Infrastrukturpaket von Präsident Biden.

Mit der Wirtschaft heben auch Inflation und Zinsen ab

Wird ein Konjunkturaufschwung erwartet, steigen die Inflationserwartungen und die Zinsen. Bislang geht man jedoch nicht davon aus, dass die Inflation auf ein für die Stabilität der Wirtschaft und des Finanzsystems problematisches Niveau steigen wird. Die Zentralbanken haben signalisiert, dass sie an ihrer Geldpolitik festhalten und die Zinsen für einen langen Zeitraum niedrig halten werden. Trotzdem kam es weltweit zu einem Zinsanstieg – allen voran im AUD, GBP, CAD und USD. Im Euroraum und in der Schweiz war die Bewegung weniger ausgeprägt und beide Zinskurven liegen bis zu einer Laufzeit von 10 Jahren nach wie vor im negativen Bereich. Der USD konnte Anlegervertrauen gutmachen und legte deutlich an Wert zu. Gleichzeitig betonen Ökonomen weltweit seine strukturellen Schwächen aufgrund des Doppeldefizits. Parallel zur Aufwertung des USD konnten wir eine deutliche Abwertung des CHF gegenüber den wichtigsten Währungen beobachten – eine willkommene Unterstützung für die Schweizer Exportwirtschaft.

Dominanz der Tech-Giganten bröckelt

Die Konjunkturdaten versprechen positive Aussichten, sodass der US-Aktienindex S&P 500 Ende März zum ersten Mal in der Geschichte über die Marke von 4000 Punkten gestiegen ist. Dieses Kursfeuerwerk wurde aber nicht wie 2020 von Technologietiteln gezündet, sondern von «traditionelleren» Sektoren wie Energie, Transport, Industrie oder Finanzwesen, die im Vorjahr zu den Nachzüglern gehörten. Im Verlauf des Quartals büssten die hoch bewerteten Technologieunternehmen an Attraktivität ein. Wie wir immer wieder betont haben, ist unsere risikobasierte Strategie weniger in risikoreichen Wachstums- und Technologietiteln investiert. Dies hat dazu beigetragen, die Underperformance in einem Quartal zu begrenzen, das durch sehr starke Aktienmärkte und ein sinkendes Marktrisiko gekennzeichnet war – eine sonst eher ungünstige Kombination für unsere Strategie.

Eine perfekte Welt – zumindest für die Finanzmärkte

Für die Finanzmärkte bietet sich aktuell eine Kombination günstiger Umstände: expansive Geld-/Fiskalpolitik, hohe Liquidität, steigende Verschuldung ohne Finanzierungsengpass, boomende Wirtschaft, moderat steigende Inflationserwartungen und Zinsen sowie Optimismus unter Anlegern. Wie lange dieses perfekte Gleichgewicht anhalten wird, ist schwer zu sagen – den Blick in die Kristallkugel überlassen wir anderen. Schön wäre möglichst lange. Wir sind uns aber der vielen latenten Risiken bewusst. Unsere Anleger mussten im vergangenen Jahr eine deutlich hinter dem Markt liegende Performance hinnehmen - in einem Markt, der von wenigen technologielastigen Unternehmen dominiert wurde. Im Q1 haben unsere Fonds trotz einer ungünstigen Kombination aus sinkendem Marktrisiko und stark positiven Aktienmärkten mit dem Markt Schritt gehalten oder ihn sogar übertroffen. Sehr erfreulich war insbesondere die März-Performance: alle unsere Aktienstrategien konnten den Markt schlagen. Nach einem schwierigen 2020 ist dies ist ein wichtiges und ermutigendes Ergebnis für uns und unsere Kunden.

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