Vermögensverwaltung / Nachhaltigkeit / Risiko
25. September 2023
5 Minuten

Beyond Passive Investing

Unter diesem Titel stand das erste «Quantitative Investment Symposium», das von OLZ und Robeco diesen Herbst ins Leben gerufen wurde. Neben spannenden Referaten boten angeregte Paneldiskussionen Einblicke in Praxis und Forschung.

21. September 2023
Quantitative Investment Symposium in Zürich

Künstliche Intelligenz macht auch vor der Finanzindustrie nicht halt

Die moderne Ambiance des Auditorium Willy G. S. Hirzel im historischen Landesmuseum in Zürich bot schon fast das perfekte Umfeld, um über vergangene, aktuelle und zukünftige Entwicklungen in der Finanzwissenschaft und -industrie zu sinnieren. Das Referat von Prof. Dr. Markus Leippold (Professor of Financial Engineering, Universität Zürich) zu seiner Forschung, wie sich Artificial Intelligence in Sustainable Finance integrieren lässt, zeigte eindrucksvoll auf, was der Megatrend für neue Möglichkeiten mit sich bringt. Ob es nun um die Analyse von mehreren hundert Seiten umfassenden Nachhaltigkeitsreports oder anderen Formen von Unternehmenskommunikation geht, feststeht, dass für Aufgaben, die bis jetzt noch Heerscharen von Analysten in Anspruch genommen hätten, bald der Computer zuständig sein wird. Auch in der anschliessenden Paneldiskussion mit Dr. Gianluca De Nard (Head of Quantitative Research bei OLZ AG) und Dr. Harald Lohre (Executive Director of Research bei Robeco) war man sich einig: Der Einsatz von künstlicher Intelligenz macht die Erschliessung von unstrukturierter Information (sei es in Form von Text, Ton oder Bild) nicht nur schneller, sondern auch deutlich wirtschaftlicher. Und wo ist ein Informationsvorsprung schon so wichtig und kurzlebig, wie an den Finanzmärkten?

Dr. David Blitz (Managing Director und Chief Researcher bei Robeco) zeigte seinerseits weitere Beispiele auf, wie sich mit künstlicher Intelligenz bisher unerschlossene Informationen generieren lassen. So können beispielsweise Analystencalls sprachlich dahingehend analysiert werden, ob die Unternehmen nun positiv, neutral oder negativ kommunizieren – also quasi das berühmte «Lesen zwischen den Zeilen». Die daraus abgeleiteten Signale finden wiederum ihren Weg in die quantitativen Investitionsmodelle.

«Beyond Passive Investing» bedeutet bewusstes Abweichen von der Benchmark

Ist «der Markt» das richtige Investment? Was ist überhaupt «der Markt»? Hinter jedem Index steht eine eigene Systematik mit wiederum eigenen Eigenschaften. Dr. Patrick Walker (Head of Investment Solutions und Mitglied der Geschäftsleitung bei OLZ AG) zeigte in seinem Vortrag, dass ein kapitalgewichteter Index nicht von Natur aus gut diversifiziert sein muss und dass man mit Hilfe einer Optimierung nicht nur das Anlagerisiko senken, sondern langfristig sogar eine risikoadjustierte Mehrrendite erzielen kann. Wer an Risikoreduktion nicht sonderlich interessiert ist, kann bei gleichbleibendem Risiko aber auch die Aktienquote erhöhen und so von der langfristig höheren Aktienrisikoprämie profitieren.

Dass die bewusste Verteilung des Risikobudgets gerade auch für Pensionskasse von grosser Bedeutung ist, sind sich die Panellisten Thierry Bertheau (Executive Director bei Robeco Switzerland AG), Pius Zgraggen (CEO und Partner bei OLZ AG) und Frank Wigger (CIO bei Asga Pensionskasse) einig. Fakt ist: Wer mit aktiven Anlagestrategien Erfolg haben will, braucht eine langfristige Perspektive und ein fundiertes Verständnis des Ansatzes. Gerade bei Faktorstrategien ist klar, dass nicht alle immer nur mit Outperformance glänzen – Phasen mit längerer Underperformance gehören dazu. Vielleicht ist es aber auch Zeit, so die Schlussworte von Pius Zgraggen, sich von der isolierten Renditeperspektive zu lösen und vermehrt den Mehrwert eines Fondsbausteins oder Anlageansatzes im Gesamtportfolio zu betrachten – eben «Beyond Passive Investing».

Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, den Referenten und den Moderatoren für ein spannendes und lehrreiches Quantitative Investment Symposium 2023.

Wir freuen uns immer, mit Ihnen zu sprechen.

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