Für anhaltende Unsicherheit sorgte der Konflikt im Nahen Osten, in dem sich Hoffnungen auf eine Einigung und erneute Eskalationen mehrfach abwechselten. Als Gradmesser diente der Ölpreis: Ein Barrel Brent verteuerte sich von knapp 75 USD Ende Juni auf zeitweise über 100 USD im September und beendete das Quartal bei 98 USD. Davon profitierte in erster Linie der Energiesektor. Die Weltwirtschaft zeigte sich dennoch widerstandsfähig. Die Einkaufsmanagerindizes erreichten im September in den USA den höchsten Stand seit Mitte 2021 und im Euroraum seit Anfang 2023. Eine wichtige Konjunkturstütze bildeten die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur.
Der Energiepreisanstieg liess vielerorts die Teuerung wieder anziehen und verstärkte zusammen mit der hohen Staatsverschuldung den Druck auf die Anleihenmärkte. So überschritt die US-Staatsverschuldung im August erstmals die Marke von 40 Billionen USD. Zusätzlich belastete das wachsende Anleihenangebot, da auch grosse Technologiekonzerne ihre KI-Investitionen zunehmend über Fremdkapital finanzieren. Nachdem Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole die Inflationsbekämpfung zur obersten Priorität erklärt hatte, erhöhten im September die Fed, die EZB und die Bank of Japan ihre Leitzinsen. Die Rendite dreissigjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 5.60% und damit auf den höchsten Stand seit 2002. Zunehmend in den Fokus rückte auch Frankreich, wo die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen im Quartalsverlauf von 3.55% auf 4.84% kletterte.
An den Aktienmärkten blieb die künstliche Intelligenz der zentrale Kurstreiber. Im Juli überwog zunächst die Ernüchterung: Die Magnificent 7 entwickelten sich uneinheitlich, das kostengünstige chinesische KI-Modell «Kimi K3» stellte die hohen Investitionen infrage, und in Südkorea platzte eine kreditfinanzierte Speicherchipblase. Im August sorgten starke Unternehmenszahlen, insbesondere von Nvidia, für eine kräftige Erholung. Im September löste der neue KI-Assistent von Meta eine erneute Euphoriewelle aus und trieb den Nasdaq 100 auf ein Rekordhoch. Bemerkenswert ist, dass die Gewinnerwartungen stärker stiegen als die Aktienkurse, sodass die vorwärtsgerichteten Bewertungen in den meisten Regionen trotz der Kursgewinne zurückgingen. Wie stark sich der Aufschwung auf wenige Schwergewichte konzentrierte, zeigte sich am US-Markt: Der S&P 500 Equal Weight Index blieb im dritten Quartal knapp 4.5 Prozentpunkte hinter seinem kapitalisierungsgewichteten Pendant zurück.