19. März 2026
7 Minuten

Die Minimum-Varianz-Strategie im Schweizer Aktienmarkt – Warum Risikomanagement auch hier entscheidend ist!

Schweizer Aktien gelten oft als defensiver Markt. Viele Schweizer Unternehmen vereinen robuste Geschäftsmodelle, solide Bilanzen und eine ausgeprägte Dividendenkultur. Ein defensiver Markt ist jedoch nicht automatisch ein risikoeffizientes Portfolio. Auch in der Schweiz können Anleger unbeabsichtigte Konzentrationen eingehen, unnötige Volatilität tragen und Drawdowns erleben, die höher ausfallen als erwartet – ohne dafür durch höhere Renditen entschädigt zu werden.

Genau hier setzt der Minimum-Varianz-Ansatz an. Anstatt zu prognostizieren, welche Titel die höchsten Renditen erzielen, beginnt der Ansatz bei einer empirisch robusteren Fragestellung: Wie lässt sich ein Portfolio konstruieren, das Schweizer Aktienexposure mit möglichst geringer Gesamtrisikoausprägung bereitstellt? Technisch bedeutet dies, dass das Portfolio so optimiert wird, dass die Gesamtvarianz unter klar definierten praxistauglichen Restriktionen minimiert wird. Die zentralen Inputs sind dabei nicht Renditeprognosen, sondern die Volatilitäten der Einzeltitel sowie deren gemeinsame Bewegungsmuster, also Korrelationen. Die Strategie zielt darauf ab, die Diversifikation zu verbessern, Schwankungen zu reduzieren und langfristigen Wertzuwachs zu unterstützen.

Risikoärmere Aktien erzielen höhere Renditen als risikoreichere Aktien

Der Erfolg der Minimum-Varianz-Strategie steht in engem Zusammenhang mit der sogenannten Low-Volatility-Anomaly – oder allgemeiner der Low-Risk-Anomaly. Nach klassischer Lehrbuchmeinung sollten risikoreichere Aktien langfristig höhere erwartete Renditen liefern - als Kompensation für das höhere Risiko. Empirisch zeigt sich jedoch in vielen Märkten und über lange Zeiträume, dass risikoärmere Aktien häufig höhere Renditen erzielen als risikoreichere Titel – bei gleichzeitig deutlich geringeren Schwankungen und Verlusten. Diese Beobachtung zählt zu den wichtigsten Resultaten der Finanzmarktforschung der letzten Jahrzehnte, da sie mit klassischen Modellen wie dem CAPM und strengen Interpretationen der Effizienzmarkthypothese nur schwer vereinbar ist.

Der Schweizer Markt wirkt auf Indexebene zwar defensiv, doch innerhalb des SPI unterscheiden sich Risikoprofile dennoch deutlich – nach Sektoren, Geschäftsmodellen und titelspezifischem Verhalten, sodass sich die Low-Risk-Anomaly auch hier manifestieren kann. Wie in der oberen Abbildung zu sehen ist, haben die Titel mit der niedrigsten Volatilität («Low-Vola»), sprich die Titel mit der historisch niedrigsten Schwankungsbreite im vorherigen Jahr, auf lange Sicht eine deutlich bessere Rendite erzielt wie Titel mit hohem Risiko («High-Vola»).  

Auch auf kürzere Frist war dieses Muster im Schweizer Aktienmarkt sehr stark ausgeprägt – so zum Beispiel in den letzten fünf Jahren. Hier unterscheidet sich der Schweizer vom US-Amerikanischen Markt, wo die enorme Rallye von Technologie-Aktien («Magnificient-7», KI-Boom) dazu führte, dass entgegen dem langfristigen Trend riskantere Aktien (wie z.B. Nvidia, Tesla oder Meta) defensive Titel geschlagen haben. Im heimischen Aktienmarkt, der weniger riskante Tech-Firmen umfasst, blieb diese Verzerrung aus und defensive Titel konnten ihre Stärke ausspielen. Die untenstehende Abbildung verdeutlich die enormen Renditeunterschiede zwischen den verschiedenen Risikoklassen auch über die letzten fünf Jahre.

Der Minimum-Varianz-Ansatz zielt nun darauf ab Titel so zu kombinieren, dass das Gesamtrisiko des Portfolios möglichst weit sinkt. Relevant ist hierfür die Kovarianzstruktur des Gesamtuniversums – nicht eine eindimensionale Rangliste nach Volatilität. Um eine möglichst hohe Qualität der Schätzung der Kovarianzmatrix zu erzielen, verwenden die OLZ-Minimum-Varianz-Modelle daher einen State-of-the-Art-Schätzer - den sogenannten Quadratic-Inverse-Shrinkage (QIS) Estimator. Damit lassen sich die Schätzfehler der Risikoparameter deutlich verringern, was zu einem effizienteren und robusteren Minimum-Varianz-Portfolio führt. Daneben spielen Liquiditätsfilter, Positionsrestriktionen, sowie Turnover-Kontrollen im Rahmen eines regelmässigen Portfolio-Rebalancing eine entscheidende Rolle.

OLZ-Minimum-Varianz-Strategie mit starkem Track Record über 15 Jahre

 

OLZ Equity Switzerland Optimized ESG

Swiss Performance Index (SPI)

Periode

Rendite kumuliert

Volatilität p.a.

Sharpe Ratio

Max. Verlust

Rendite kumuliert

Volatilität p.a.

Sharpe Ratio

Max. Verlust

YTD

4.4%

9.7%

2.5

-3.9%

-0.5%

12.1%

-0.2

-6.7%

1 Jahr

9.3%

10.3%

0.9

-9.3%

5.1%

13.8%

0.4

-15.7%

3 Jahre

28.8%

9.1%

0.9

-9.3%

27.5%

11.7%

0.7

-15.9%

Seit Auflage

230.4%

12.4%

0.6

-27.3%

209.2

14.2%

0.5

-27.4%

Stand 10.03.2026, Auflage OLZ Equity Switzerland Optimized ESG am 20.12.2010. Hinweis: Vergangene Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Ein weiteres Marktsegment, in dem sich eine risikooptimierte Anlagestrategie besonders auszahlen kann, sind Small- und Mid-Caps. Im Schweizer Aktienmarkt bildet der SPI Extra dieses Anlageuniversum ab. Historisch erzielten Unternehmen mit kleiner und mittlerer Marktkapitalisierung eine höhere Rendite als Large Caps – ein Effekt, der als Size-Prämie bekannt ist. Akademische Studien haben jedoch gezeigt, dass sich diese Überrendite deutlich steigern lässt, wenn die riskantesten Small-Cap-Aktien aus dem Anlageuniversum herausgefiltert werden. Der OLZ Equity Switzerland Small & Mid Cap Optimized ESG Fonds verfolgt mit einer Minimum-Varianz-Optimierung des SPI-Extra-Universums genau dieses Ziel. Wie die nachfolgende Tabelle zeigt, liegt die Performance des OLZ Fonds seit Lancierung weit vor dem Vergleichsindex SPI Extra. Im aktuellen Citywire-Ranking erzielt der OLZ Equity Switzerland Small & Mid Cap Optimized ESG über drei Jahre daher Platz 1 in Bezug auf Rendite, Volatilität und max. Verlust[1].

 

OLZ Equity Switzerland Small & Mid Cap Optimized ESG

SPI Extra

Periode

Rendite kumuliert

Volatilität p.a.

Sharpe Ratio

Max. Verlust

Rendite kumuliert

Volatilität p.a.

Sharpe Ratio

Max. Verlust

YTD

5.6%

9.1%

3.4

-2.4%

1.1%

11.8%

0.5

-5.0%

1 Jahr

18.1%

9.2%

1.9

-7.4%

11.2%

12.9%

0.8

-13.6%

3 Jahre

40.3%

8.7%

1.3

-8.2%

20.2%

11.6%

0.5

-15.2%

Seit Auflage

45.7%

8.7%

1.4

-8.2%

27.3%

11.8%

0.6

-15.2%

Stand 10.03.2026, Auflage OLZ Equity Switzerland Small & Mid Cap Optimized ESG am 15.12.2022. Hinweis: Vergangene Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse

Fazit: Minimum-Varianz-Portfolios liefern eine attraktive Aktienrendite mit weniger Risiko

Der Minimum-Varianz Ansatz bietet eine systematische Möglichkeit, Volatilität und Drawdowns innerhalb des SPI bzw. des SPI Extra Universums zu reduzieren, ohne auf die langfristige Aktienmarktprämie zu verzichten. Zwar kann der Ansatz nicht in jeder Phase outperformen – in starken Rallyes wird ein defensives Portfolio gegenüber dem Benchmark tendenziell zurückbleiben. Doch über einen vollständigen Zyklus ist das Ziel, Schweizer Aktien mit einem effizienteren Risikoprofil und einem stabileren Renditepfad bereitzustellen, erreichbar – die OLZ Fonds liefern hierfür den Beweis! Für Anleger, die nicht nur die Rendite, sondern auch den Weg dorthin ernst nehmen, ist dieser Ansatz in einer von Unsicherheiten geprägten Welt hochrelevant.

[1] Siehe: https://citywire.com/ch/sector/equities-switzerland-small-and-medium-companies/i1569?periodMonths=36, Website abgerufen am 10.03.2026

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