25. März 2026
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ESG im SPI Extra: Nachhaltigkeit im Schweizer Nebenwerteuniversum

Nachhaltigkeit ist heute ein zentraler Bestandteil professioneller Anlagestrategien. Während breite Marktindizes ESG-Kriterien meist nicht aktiv berücksichtigen, eröffnen sich insbesondere im Schweizer Nebenwerteuniversum gezielte Möglichkeiten, Nachhaltigkeit systematisch umzusetzen. Ein besonders relevantes Referenzuniversum ist dabei der SPI Extra, der sämtliche Titel des SPI ausserhalb des SMI umfasst und damit die gesamte Schweizer Small- und Mid-Cap-Landschaft abbildet.

Gerade im Segment von Small & Mid Caps ist ESG von besonderer Bedeutung. Viele kleinere und mittelgrosse Unternehmen stehen weniger im Fokus von Analysten und Öffentlichkeit als grosse Blue Chips. Entsprechend sind Unterschiede in Governance-Strukturen, Transparenz oder Nachhaltigkeitsprofilen oft ausgeprägter. Für Investoren ergibt sich daraus die Möglichkeit, durch gezielte Selektion die Nachhaltigkeitsqualität eines Portfolios messbar zu verbessern.

Ein Beispiel für eine solche Umsetzung ist der OLZ Equity Switzerland Small & Mid Caps, der im SPI-Extra-Universum investiert und ESG systematisch in den Anlageprozess integriert. Die Wirkung dieses Ansatzes zeigt sich sowohl in ESG-Ratings als auch in konkreten Klimakennzahlen.

ESG messbar machen: MSCI Ratings und CO₂-Kennzahlen

Ein zentraler Referenzpunkt ist der MSCI ESG-Score, der bewertet, wie gut Unternehmen mit wesentlichen ökologischen, sozialen und Governance-Risiken umgehen. Die Bewertung erfolgt branchenspezifisch, sodass Unternehmen innerhalb ihrer jeweiligen Industrie verglichen werden. Der Score basiert auf der Exponierung gegenüber ESG-Risiken sowie der Qualität des Managements dieser Risiken.

Im Vergleich zum SPI Extra weist das OLZ-Portfolio einen höheren durchschnittlichen ESG-Score auf (7.7 gegenüber 7.4). Dies deutet darauf hin, dass die im Fonds enthaltenen Unternehmen im Schnitt robuster im Umgang mit ESG-relevanten Fragestellungen positioniert sind als der Gesamtmarkt.

 Reduktion der ESG-Score gegenüber Benchmark
Reduktion der ESG-Score gegenüber Benchmark

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Analyse sind Klimakennzahlen. Grundlage bilden dabei die Scope-1- und Scope-2-Emissionen. Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus eigenen Quellen, während Scope 2 indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie wie Strom oder Wärme abbildet. Diese beiden Kategorien gelten als gut standardisiert und vergleichbar.

Der CO₂-Footprint wird dabei als emissionsgewichtete Kennzahl relativ zum eingesetzten Kapital gemessen, typischerweise basierend auf dem Enterprise Value inklusive Cash (EVIC). Er zeigt, wie viele Emissionen auf eine investierte Kapitaleinheit entfallen. Hier liegt das OLZ-Portfolio bei 3.5 gegenüber 6.7 im SPI Extra (Scope 1 & 2). Dies ist ein deutlicher Hinweis auf eine geringere CO₂-Exposition pro investiertem Franken.

Ergänzend dazu misst die CO₂-Intensität die Emissionen im Verhältnis zur wirtschaftlichen Leistung, üblicherweise als Tonnen CO₂ pro Umsatz. Diese Kennzahl gibt Auskunft darüber, wie effizient Unternehmen hinsichtlich ihres Emissionsausstosses wirtschaften. Auch hier zeigt sich ein klarer Unterschied: 10.6 im OLZ-Portfolio gegenüber 16.8 im Index, was auf eine höhere operative CO₂-Effizienz der selektierten Unternehmen hinweist.

Reduktion der Emissionskennzahlen gegenüber Benchmark
Klare Ausschlüsse und aktives Aktionärstum

Neben der quantitativen Bewertung werden auch klare qualitative Kriterien angewendet. Unternehmen werden ausgeschlossen, wenn sie gegen definierte Nachhaltigkeitsstandards verstossen oder in kontroversen Geschäftsfeldern tätig sind. Dazu gehören unter anderem Firmen auf der SVVK-ASIR-Liste sowie Unternehmen mit relevanten Umsätzen in Bereichen wie kontroverse Waffen, Ölsande oder Thermalkohle.

Diese Ausschlüsse stellen sicher, dass bestimmte Geschäftsmodelle konsequent vermieden werden und strukturelle ESG-Risiken reduziert werden.

Darüber hinaus wird Nachhaltigkeit auch über die aktive Ausübung von Aktionärsrechten umgesetzt. Die Stimmrechte im Fonds werden gemäss ISS SRI Policy wahrgenommen, mit besonderem Fokus auf Themen wie Klimastrategien, Transparenz, Vergütungssysteme und Governance-Strukturen.

Unser Abstimmungsverhalten im 2025

Konkret zeigt sich dieses Engagement auch im Abstimmungsverhalten: In 24.6% aller Fälle wurde im Jahr 2025 gegen das Management gestimmt, überwiegend aufgrund von Governance-Themen. Dabei geht es typischerweise um sehr konkrete Fragestellungen, etwa die Angemessenheit von Vergütungssystemen, die Unabhängigkeit des Verwaltungsrats, oder die Struktur von Anreizprogrammen für das Management. In einzelnen Fällen betrifft es auch die Ausgestaltung von Aktionärsrechten, beispielsweise bei Kapitalmassnahmen oder der Zusammensetzung des Boards.

Dies unterstreicht, dass ESG im Fonds nicht nur über Selektion, sondern auch über aktives Aktionärstum umgesetzt wird. Immer mit dem Ziel, Unternehmen langfristig zu besseren Standards zu bewegen.

Fazit

Das SPI-Extra-Universum bietet nicht nur Zugang zu einem breiten und dynamischen Segment des Schweizer Aktienmarktes, sondern auch eine attraktive Grundlage für die systematische Integration von ESG-Kriterien. Der Vergleich zeigt, dass sich durch gezielte Selektion sowohl qualitative als auch quantitative Verbesserungen erzielen lassen. Das reicht von einem höheren MSCI ESG-Score bis hin zu einer deutlich geringeren CO₂-Exposition und -Intensität.

Damit wird klar: Nachhaltigkeit im Schweizer Small- und Mid-Cap-Segment ist nicht nur umsetzbar, sondern auch messbar. ESG wird so zu einem integralen Bestandteil eines strukturierten Investmentprozesses.

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